„Gegen das Vergessen unbesungener Helden: Emilie und Oskar Schindler“


 „Gegen das Vergessen unbesungener Helden: Emilie und Oskar Schindler“

Vortrag von Frau Prof. Rosenberg-Band am 22. 0KTOBER 2018

Am 22. Oktober besuchte uns Frau Prof. Erika Rosenberg-Band, die als Zeitzeugin in zweiter Generation einen lebendigen Vortrag über das Leben von Emilie und ihrem Ehemann Oskar Schindler hielt.

Im Bürgersaal der Stadtverwaltung lauschten zwei zehnte Klassen Frau Rosenberg-Bands Vortrag. Immer wieder bezog die Referentin die Schüler/innen in ihren Vortrag mit ein, indem sie ihnen Fragen stellte oder die Kinder selbst Fragen stellen durften.

Frau Rosenberg-Band, die nach dem zweiten Weltkrieg in Argentinien in Buenos Aires zur Welt kam, wohin ihre eigenen, jüdischen Eltern vor den Gräueltaten der Nationalsozialisten geflohen waren, erzählte uns, wie sie aufgrund einer Recherchearbeit Emilie Schindler persönlich kennenlernte und bis zu ihrem Tod begleitete. Sie referierte über Oskar und Emilie Schindlers Leben, die erworbene Emaillewarenfabrik (Topffabrik), seine Rüstungsfabrik in Brünnlitz und über die Rettung von 1200 Menschenleben, bei der auch Emilie maßgeblich beteiligt war.

Spannend war vor allem, dass wir das Geschehen aufgrund der Freundschaft zwischen Frau Rosenberg und Emilie Schindler aus Emilies Sicht erleben durften. Dabei erfuhren wir auch, dass nicht alle Details von Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ der absoluten Wahrheit entsprechen und korrigierte die Filmszene, in der Oskar von jüdischen Männern Geld für seine Fabrik erhielt, indem Rosenberg-Band  berichtete, dass Emilie ihr erzählte, dass Oskars Schwiegereltern das Geld beigesteuert hätten.

Interessanterweise wurde Emilie Schindler nie von Spielberg interviewt oder für ihre Mithilfe der Rettung so vieler Menschen geehrt. Obwohl Herr Spielberg Emilie Schindler in Begleitung von Frau Rosenberg zu den Dreharbeiten nach Israel für die Abschlussszene einlud, saßen diese bei einem Empfang nicht vorne bei den Prominenten, sondern an einem Tisch in der letzten Reihe und er hat sie später auch nie mit einer Abfindung bedacht.

Mit dem bekannten Zitat von  Saint-Exupery in „Der kleine Prinz“: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“, zeigte uns Frau Rosenberg, dass die Liebe zählt und Religionen oder Herkunft nicht in den Vordergrund rücken sollen. Auf die Frage, warum das Ehepaar Schindler so couragiert gehandelt hat, gab uns Frau Rosenberg zur Antwort, dass das Gefühl zu helfen, bei Familie Schindler einfach vorhanden war und dass es zum Glück noch viele Helfer gab, die Juden und andere Verfolgte retteten. Die Zukunft sieht Frau Rosenberg in der Jugend und lobte diese für ihr gutes Verhalten und die Beteiligung.

Zum Abschluss dankten wir der Referentin und machten ein gemeinsames Abschlussfoto. Vielen Dank Frau Prof. Rosenberg für Ihre positive Sicht und Ihr Engagement!